Am Altar hat sich etwas im Schleier der Braut bewegt! Der Bräutigam wurde blass – die Gäste starrten ihn entsetzt an…

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**Am Altar regte sich etwas im Brautschleier! Der Bräutigam erbleichte – die Gäste starrten entsetzt…**

Ellie saß am Erkerfenster ihrer gemütlichen Bristol-Wohnung und ließ ihren Blick über die sanft wiegenden Herbstblätter draußen schweifen.

Die leuchtenden Rot- und Goldtöne der baumgesäumten Straßen in Clifton tanzten im Wind, während sich die Silhouette der Clifton Suspension Bridge nur schemenhaft durch den Nebel abzeichnete.

Ihre Gedanken kreisten um ihre bevorstehende Hochzeit mit James. Die Vorfreude war groß, doch ein leiser Schatten blieb – die Erinnerung an alte Wunden, die sie nicht abschütteln konnte.

James spürte ihre Stimmung und legte beschützend einen Arm um sie. Seine Stimme war sanft, aber eindringlich: “Ellie, alles in Ordnung, Liebes? Hast du darüber nachgedacht, deine Mutter zur Hochzeit einzuladen? Es ist doch ein besonderer Tag, oder nicht?”

Ellies Finger umklammerten ihre Tasse Yorkshire Tea fester, als würde die Wärme sie Halt geben. Die Frage weckte einen vertrauten Schmerz in ihr. Nach einer Pause antwortete sie mit fester, aber trauriger Stimme: “Nein, James. Ich will sie nicht dabei haben. Ich zwinge mich nicht dazu.”

James beugte sich leicht vor, seine Stirn legte sich in Falten. Normalerweise drängte er nicht, aber Familie bedeutete ihm alles. “Aber sie ist doch deine Mutter, El. Du bist ihre einzige Tochter. Solltest du nicht versuchen, die Vergangenheit hinter dir zu lassen? Hält dich nur der Stolz davon ab?”

Ellie seufzte und beobachtete den Dampf, der von ihrem Tee aufstieg. Die Last ihrer Vergangenheit drückte auf ihre Brust, und ihre Stimme klang bitter: “James, ich liebe dich, aber bitte – misch dich nicht in diesen Teil meines Lebens. Kein Familienmitglied wird kommen. Sie haben es nicht verdient.”

Ihre Worte hingen schwer zwischen ihnen, und James verstummte. Ein Knoten der Sorge bildete sich in seinem Magen. Da war etwas in Ellies Vergangenheit, etwas Unausgesprochenes und Schmerzhaftes, aber er wagte nicht weiter nachzubohren – nicht jetzt, nicht so kurz vor der Hochzeit.

Seine Gedanken schweiften zurück zu jenem lebhaften Geburtstag in Stokes Croft, wo er Ellie kennengelernt hatte. Das Café mit seinen zusammengewürfelten Möbeln und der Indie-Musik im Hintergrund hatte die perfekte Kulisse für ihre spontane Verbindung geboten. Ellie war ihm mit ihrem scharfen Verstand und ihrem warmen Lächeln sofort aufgefallen. Sie studierte Englische Literatur an der Universität von Bristol und jobbte nebenbei als Übersetzerin für ein lokales Magazin. Anders als andere hatte sie sich nie für seinen familiären Hintergrund interessiert.

James stammte aus wohlhabenden Verhältnissen – sein Vater besaß eine Immobilienfirma in Bristol. Aufgewachsen in einem vornehmen Stadthaus in Clifton, hatte er alles gehabt: Privatschule, Urlaube in Cornwall, einen nagelneuen Mini Cooper zum 18. Geburtstag. Doch der Reichtum hatte seinen Preis. Jedes Mädchen, das er an der Uni kennengelernt hatte, veränderte sich, sobald es von seinem Geld wusste. Ellie war anders.

“Danke für die Pommes”, hatte sie einmal zu ihm gesagt, als sie auf dem Brandon Hill Fish and Chips aßen, “aber du bist mehr als das Geld deines Vaters. Ich mag dich wegen dir, nicht wegen deinem Portemonnaie.”

Diese Worte hatten ihn tief berührt. Ellie scherte sich nicht um teure Restaurants oder Designertaschen. Sie trug Secondhand-Kleidung mit so viel Stil, dass sie teuren Marken in nichts nachstand, und spazierte lieber durch den Ashton Court Park als in schicken Bars abzuhängen.

Doch jetzt, wo sie ihre Mutter nicht einmal zur Hochzeit einladen wollte, nagte etwas an ihm. Er hatte ihre Familie nie kennengelernt – sie hielt alle auf Distanz, sogar ihn. Alles, was er wusste, war, dass Ellie im Dorf Cheddar in Somerset aufgewachsen war, bei ihrer alleinerziehenden Mutter, einer Bibliothekarin. Mit einem Stipendium hatte sie sich ihren Platz an der Universität erkämpft.

“Vielleicht ist es an der Zeit, sie ein wenig hereinzulassen”, wagte James einen neuen Versuch und drückte ihre Hand. “Deine Mutter vermisst dich bestimmt, oder?”

Ellies Kiefer spannte sich, und etwas Dunkles blitzte in ihren Augen auf – Schmerz, vielleicht auch Wut. “James, lass gut sein. Bitte. Meine Familie geht dich nichts an.”

Ihr Ton ließ keinen Widerspruch zu, und James gab nach, obwohl sich Unbehagen in seiner Brust ausbreitete. Als sie schweigend dasaßen, während der Bristol-Sonnenuntergang den Himmel in Rosa und Gold tauchte, hatte er das Gefühl, dass Ellies Vergangenheit Geheimnisse barg, die alles verändern könnten.

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